Faktor Mensch in der Digitalisierung
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Digitalisierung, KI, Chatbots, Robotics und AI, Maschinen statt Menschen? Wer nicht auf dem Digital-Laufenden ist, den stellen die Beratungsfirmen und IT Päpste auf das Abstellgleis und prophezeien Stillstand und Verderb der scheinbar tauben Unternehmen und Einrichtungen.

Für mich gewinnt der „analoge“ Faktor Mensch im digitalen Wandel immer mehr an Bedeutung. Ganz besonders im Gesundheitswesen wo Digitalisierung Empathie und Third Sense niemals ersetzen kann.

In den Hype um technologische Innovationen und die Einführung immer neuerer Verbesserungstools hat sich eine Diskussion gemischt, die hinterfragt. Wie weit darf, kann, soll sich unsere Arbeitswelt durch digitale Möglichkeiten prägen lassen? Innovative Unternehmen schaffen durch professionelle Führung, agile Strukturen und offene Vertrauenskulturen. Raum für Innovation und Kreativität. Im digitalen Wandel entsteht Performance besonders durch die Integration von neuer Technik, methodisch-fachlichen Kompetenzen und kulturellen Werten. Doch in immer mehr Beispielen wird deutlich: Gerade die kulturellen Veränderungen sind in Unternehmen der Gesundheitsbranche eine erhebliche Herausforderung. Denn es gilt, eine neue Führungskultur zu etablieren, um die Chancen der neuen, digitalen Welt nutzen zu können. “Das haben wir immer schon so gemacht” darf sich aus den Pflege Aphorismen ausschleichen. Hier müssen neue Kräfte an die Front. Warum müssen Direktoren und Pflegedienstleitungen heute anders führen, was hat sich eigentlich verändert? Die Menschen der neuen Generationen, die geführt werden, sind andere als die zu Florence Nightingales Zeiten. Sie haben neue und andere Ansprüche an ihre Arbeit und an die Art und Weise, wie sie geführt werden möchten. Sie beanspruchen Gestaltungsspielraum, permanentes Verbessern sowie fehlertolerantes Lernen und möchten bei ihrem Arbeitgeber einen sinnstiftenden Beitrag leisten. Redundante Dokumentationstätigkeiten dürfen von jedem kritisch hinterfragt werden und müssen unbedingt vermieden werden. Gerade für Ärzte und Pflegende. Da wo sie gebraucht werden ist Ihre Aufgabe und Erfüllung und nicht an pausenlosen Dokumentationen in instabile Hard-und Software. Bevor man also die großen Worte Digitalisierung immer wieder plakatiert, erst mal die vorhandenen Ressourcen aufnehmen und dann schauen wo sinnbefreite Tätigkeiten zu entfernen sind. Erst der Mensch und dann haben auch alle Freude an der Mensch-Digital-Symbiose. Gabriele Marie Geiger