HL7 die Grundlage für Interoperabilität im Gesundheitswesen der Zukunft?
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HL7-Format – Datenaustausch in Krankenhäusern

In Deutschland wird das Format verwendet, um Daten innerhalb von Krankenhäusern auszutauschen. Wenn zum Beispiel Daten aus der Röntgenabteilung ins Krankenhaus-Informationssystem (KIS) übertragen werden, kommunizieren die beiden Systeme mit HL7. Bei niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten werden vorwiegend die xDT-Formate verwendet. Auch die elektronische Gesundheitskarte speichert in ihrem eigenen Format.

Hinter dem Format steht die Organisation HL7. Dies ist eine Non-Profit-Organisation, deren Aufgabe es ist, Standards im eHealth-Bereich zu entwickeln. Als Entwickler fällt mir die Ähnlichkeit zum W3C auf. Das ist die Organisation, die unternehmensübergreifend die Webstandards HTML und CSS entwickelt. Die HL7-Organisation funktioniert ganz ähnlich. Auch ihre Standards und Datenformate dürfen kostenlos verwendet werden.

Das heute gebräuchliche Format für den Datenaustausch ist HL7 Version 2. Beispiel-Nachricht:

HL7 im Gesundheitswesen

Quelle:  ringholm.com

Diese Nachricht ist einfach strukturiert. Sie erinnert an das CSV-Format, mit dem man Daten aus Tabellenkalkulationen exportieren kann. Allerdings werden hier Querstriche (|) als Trennsymbol zwischen Feldern und Zirkumflex-Zeichen (^) verwendet, um Felder in Unterkomponenten einzuteilen. In diesem Fall handelt es sich um eine Nachricht aus dem Labor. Oben lässt sich der Name der Patientin erkennen (Eve E. Everywoman), unten der gemessene Glukose-Wert von 182mg/dl.

Dieses spezielle Format wird ausschließlich im Gesundheitswesen verwendet. Ansonsten trifft man auf die beiden moderneren Format-Standards JSON und XML. Mit diesen lassen sich strukturierte Daten (wie Adressen) und Datentypen (wie Nummern, Zeichenketten usw.) einfacher definieren. Die nächste Generation von HL7, Version 3, basiert aus diesem Grund ebenfalls auf XML. Sie findet man in Deutschland noch selten, meist wird noch die Version 2 verwendet.

Vielen Dank für die Fragestellung in der Gruppe Medizin IT auf XING, ob HL7 die Grundlage für Interoperabilität im Gesundheitswesen der Zukunft ist?

Die Version 3 deckt ja sehr große Teile für reale Anwendungen sowohl im klinischen als auch im administrativen und dem finanziellen Bereich ab. Was ein zusätzlich wertvoller Vorteil ist. Zahlreiche Projekte weltweit haben die Einsatzfähigkeit und Reife des Standards gezeigt. In Großbritannien, den Niederlanden, Finnland und weiteren Ländern ist Version 3 sogar nationale Strategie. Erste Integrationsprojekte wurden auch in Deutschland gestartet bzw. stehen kurz vor dem Einsatz. Insbesondere für die intersektorale Kommunikation und die Telematik-Infrastruktur wäre HL7 Version 3 eine wichtige Grundlage und notwendige Voraussetzung. Wie und und vor allem aber wer soll diese Weiterentwicklungen in den z.B. Klinikalltag integrieren und finanzieren? Wie werden namhafte Hersteller und Healthcare IT Experten in den Gesundheitsorganisationen zueinander finden? Ich bin sehr gespannt was die HL7 Spezialisten hierzu sagen?